Gedanken zum Sonntag

By Sonntag, März 22, 2015 15 Permalink 3

Dick sein

Gedanken zum Sonntag, ein Sonntagspost. Dick sein? Dazu fällt mir viel ein. Ein paar Sachen möchte ich mit euch heute besprechen. Wir freuen uns sicherlich alle darüber, dass Frauen mit Größe 38, 40, 42 jetzt als kurvig und sexy bezeichnet werden und dass dick durch kurvig abgelöst wurde. – Ironie aus. Wir freuen uns nicht, ich zumindest nicht. Das 42er Bild ist das einzige Bild, was momentan „gesellschaftsfähig“ wird. Auch die Modemesse „Curvy is Sexy“ dachte sich wohl wir würden uns alle darüber freuen oder? Naja, mir ist es unangenehm. Den Namen finde ich blöd. Wenn ich sage, dass ich zu dieser Messe fahre, sage ich auch lieber: „Ich fahre zur Curvy“. Aber seit wann hat kurvig, dick ersetzt und wieso? Um es in die Gesellschaft einzuschleichen? Die sexy Rubensfrau? Gehen wir also diesen Weg? Das ist doch Blödsinn. Das funktioniert vielleicht bei toleranten Menschen, die gebildet sind, Niveau haben, die Frauen in der Größe generell schon akzeptieren. Wir dürfen aber auch nicht die Menschen vergessen, die Dicke hassen.

Dickenhass

Die soweit gehen und dicke Menschen auf der Straße laut beleidigen, öffentlich zeigen, dass sie dicke Menschen ekelhaft finden und ihnen wohl am liebsten Schwefelsäure über ihren dicken Körper schütten wollen. Das sind keine Gedanken, die ich mir ausdenke, sondern gehört habe. Ob gewollt oder ungewollt. Doch woher kommt diese Hass, der sich stark gegen Frauen richtet. Es ist für viele eben ein „offensichtlicher Mangel“. Dick sein zeugt in der Gesellschaft von Disziplinlosigkeit, Faulheit, mentaler Schwäche. Ich habe diese Vorurteile im Job oft zu spüren bekommen. Du bist dick, du musst dich mehr beweisen als schlanke Menschen. Es gibt aber sicherlich auch Leute, die positives aus dem Beruf berichten können. Ich vergleiche das ganze immer gerne. Was ist mit den unzähligen Rauchern? Warum hasst die keiner aufgrund ihres recht offensichtlichen Mangels? Weil es gesellschaftlich akzeptiert ist. Verrückt oder? Wir Dicke werden beschimpft, weil wir der Krankenkasse so viel Geld kosten und die Nummer eins Risikogruppe Lungenkrebs zu bekommen wird belächelt. Mir ist es auf deutsch scheissegal, ob jemand raucht oder nicht. Jeder kann es für sich selbst entscheiden.

lisamoshh&mpluspink

 

Toleranz wollen wir alle

Was ich mir einfach wünsche ist Toleranz. Toleranz ist für mich das Zauberwort schlechthin. Leben und leben lassen. Genauso uncool finde ich eben auch die, sagen wir mal, linksgeneigte „Anti diat“ Bewegung. Wenn jemand abnehmen möchte, why not? Dann unterstützt man diese Person doch und beschmipft sie nicht oder wird aus dem „Club der Dicken“ ausgeschlossen. Genauso schade finde ich es, wenn übergewichtige Menschen über dünne Menschen lästern. Diese ganzen Bilder „nur Hunde spielen mit Knochen“ oder so ähnliche würde ich nie teilen und kann ich auch nichts unterstützen. Jeder soll doch bitte für sich das richtige Maß finden.

Blumenprints und Dicke sind happy

Ich muss es jetzt mal rauslassen. Danke „Curvy is sexy“, danke Sheego. Was ich da auf Videos von der Curvy sehen durfte aus dem letzten Januar war wirklich alles andere als schön. Geschämt habe ich mich, als ich die Catwalks sah. Das Lied und die Perfomance und die Kleidung die dazu getragen wurde war so 1980, dass mir wirklich nichts dazu einfällt. Vielfältigkeit ist wirklich schön, aber auf dem Laufsteg und dann noch so trutschig gekleidet? Für mich nicht das Wahre. Können wir nicht Klasse zeigen, Stil, Eleganz? Weniger ist doch wirklich manchmal mehr. Positiv Beispiel: Zizzi in Kopenhagen. Schaut es euch an. Sowas stell ich mir vor. Nicht 3 dicke Menschen, die über die Bühne hoppeln und singen „be happy“, weil Dicke ja sowieso immer happy sind. Klischee erfüllt. Es geht mir gar nicht darum, dass der Gesang schlecht war. Aber ich glaube ihr versteht was ich meine. Natürlich darf es auch diese Mode geben, es gibt sie ja schon seit 1980, aber mein Blog steht einfach für junge, frische Mode und neue Styles.

 

sonntagspost

Vielen Dank fürs Lesen. Nachdem ich das Wochenende mit tollen Bloggerinnen in Berlin verbracht habe und wir genau so ein Gespräch geführt haben, musste ich meine Gedanken einfach mal loswerden. Habt ihr noch was hinzuzufügen? Falls ja, hinterlasst mir doch bitte eure Kommentare. Vielleicht habt ihr ja auch Ideen für weitere Sonntagsposts? Immer her damit!

 

signatur
15 Comments
  • Bine Button
    März 22, 2015

    Da sagst du was und das meisten kann ich so unterschreiben!
    Ich bin froh das ich mittlerweile ein Umfeld habe wo es
    keine Rolle mehr spielt ob man „dick“ oder „dünn“ ist.

    Und das aller wichtigste ansich ist doch, dass man sich
    selbst liebt und das die Gesund ok ist.

    ♥Bine

    PS. toller Bilder ♥

  • Fotoliebe Online Magazin
    März 22, 2015

    Ich finde es wichtig, dass du das Thema Toleranz ansprichst. Es ist wirklich wichtig, dass wir einander akzeptieren, so wie wir sind, egal welche Kleidergröße. Mir ist vor etwa einer Woche selbst etwas passiert, was denke ich genau zu dem Thema passt, allerdings genau in der Gegenrichtung. Ob Dickenhass bei uns so ausgeprägt ist, wie du es beschreibst, traue ich mich nicht zu beurteilen, da bin ich die Falsche für.
    Mir ist es letzte Woche genau anders herum passiert, als ich im Fitnessstudio war und mich umgezogen habe. Beim Herausgehen hat mir eine Frau „Hungerhaken“ hinterher gerufen, nachdem sie mich vorher schon mit einem abfälligen Blick angestarrt hat. Mich hat das echt sprachlos gemacht, und leider war es nicht das erste Mal, Dass Anfeindungen gegen dickere Menschen absolut nicht in Ordnung sind, ist denke ich den meisten bewusst, leider scheint es das in der Gegenrichtung nicht zu sein… Ich habe keine Vorurteile gegenüber Menschen mit Kleidergröße 42 oder 44 – würde mir aber wünschen, dass es gegenüber Größe 34 oder 36 genauso ist. Toleranz kann nur auf Gegenseitigkeit funktionieren!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Nicole

    • lisamosh
      März 22, 2015

      Guter Gedanke dazu! 🙂

  • Christina Dingens
    März 22, 2015

    Toleranz! In jeder Hinsicht. Ich unterschreibe deinen Post weil ich weis worauf du hinaus möchtest. Allerdings möchte ich aber auch hinzufügen, das Firmen wie Sheego ua. natürlich immer auf einem Drahtseil laufen. Sie wollen und müssen Umsatz machen. Das bedeutet, sie ziehen sprichwörtlich eine breite Masse an. Da draußen gibt es mehr dicke Menschen, die sich nicht trauen oder vielleicht auch wirklich keine Lust auf Mode in ihrem eigentlichen Wortsinn haben. Die haben auch ihre Berechtigung.
    Das mit dem Happy könnte man auch anders interpretieren. Nicht die Klischeehafte dicke wird da besungen, sondern vielleicht ist es ja auch als Ansprorn gedacht? Wir sollten uns selber mögen, diese Entscheidung kann uns nämlich keiner abnehmen und trägt sehr viel zu einem inneren Wohlfühlen bei. Auch dann wenn die Gesellschaft sich daneben benimmt. Ich kann nicht erwarten das andere mich akzeptieren. Ich kann mich aber selber akzeptieren und damit bin ich dann tatsächlich Happy 😉 Es ist alles Auslegungssache. Für mich ist die Haupt Crux das Verhalten von Frauen untereinander. Wir glauben immer die Männergesellschaft sei schuld das wir uns nicht abschließend emanzipieren. Ich glaube das ist nur ein Teilaspekt. Wenn man mich fragt, dann ist es der Neid, die Missgunst und die mangelnde Toleranz unter Frauen, die uns schwächen. So lange wir nicht endlich aufhören gegenseitig in Konkurrenz zu treten, wird das nicht besser. Dazu gehört auch das Thema Body Shaming.

    • lisamosh
      März 22, 2015

      Stutenbissigkeit … Ein großes anderes Thema

  • Kaja (Justblossom.de)
    März 22, 2015

    Ich finde auch, dass man Toleranz zeigen sollte. Jeder darf und kann in seinem Hinterstübchen denken was er will, aber muss er es auch immer äußern. – Sich selbst angegriffen fühlen, aber austeilen. Schön, dass du darauf eingegangen bist.
    Zu dem finde ich’s auch schade, dass hier in unserem Lande so wenig Fashion in Plus Size angeboten wird. – Kennst du http://www.musingsofacurvylady.com ?, ich finde sie großartig, und wie sie immer zeigt, dass sie so „stolz“ einfach alles tragen kann. Danke für deinen ehrlichen Beitrag. Happy Sunday, Kaja

  • Lea von Rosy & Grey
    März 22, 2015

    Wow, ein sehr tiefgründiger Post! Da sprichst du wohl sehr viel an, was gerade schief läuft!
    Mir gefällt dein Blog sehr gut 🙂
    Liebste Grüße
    Lea

  • TanjasBunteWelt
    März 22, 2015

    Ein toller Bericht und wahre Worte. Egal in welche Richtung,, es sollte mehr Toleranz bei den Menschen vorhanden sein und auch diese Äußerungen und Ablehnung in der Öffentlichkeit – was soll das!
    Zuerst einmal, ich finde dich absolut nicht dick. Muss aber auch sagen, unter Hungerhacken (ist aber auch wirklich das falsche Wort dafür und nicht schön)verstehe ich die Menschen, die schon ein gestörtes Essverhalten haben und meinen sich runtermagern zu müssen (bis zur Krankheit) um dem vorgegebenen gesellschaftlichen Maßen zu entsprechen. Das ist nicht gesund und sieht auch nicht schön aus. Lyncht mich deshalb jetzt bitte nicht , gell 😉
    LG Tanja

  • Lena
    März 22, 2015

    Hi Lisa,

    toller Beitrag! Ich fühle mich auch nicht immer akzeptiert. Manchmal geht es soweit, dass ich mich angegriffen fühle, wenn mir jemand überschwänglich zum Abnehmen gratuliert…wenn ich garkeine Absicht hatte abzunehmen und mich auch vorher gut fand. Gleichzeitig bin ich immer wieder schockiert wie viele Posts es bei Insta gibt, die explizit gegen dünne Menschen gehen – und sowas schimpft sich dann auch noch body positive. Jeder darf ja einen bestimmten Geschmack haben, aber nur weil ich kein Risotto esse, verachte ich keine Menschen, die Risotto mögen – da hätte ich auch echt ne Menge Menschen zu hassen 😀

    Danke für den Denkanstoß diesen Sonntag.

  • Sanne
    März 22, 2015

    Toleranz ist ein sehr wichtiger Gedanke: Andere Lebensarten, Stile und Bodytyps zu akzeptieren fällt vielen nicht leicht. Viele denken noch nicht einmal darüber nach, „warum“ sie etwas bescheiden finden und es sich erlauben über andere zu urteilen.

    Ob man jetzt dick, dünn oder einfach nur „anders“ ist, ständig erlaubt sich irgendjemand ein Urteil, auch über Menschen, die das eigene Leben nicht einmal tangieren. Wobei das niemandem – speziell dem Urteilenden eigentlich nichts bringt und den Beurteilten erst Recht nicht, sondern ihn im Zweifelsfall vielleicht sogar noch verletzt. Warum macht also der Urteilende so etwas? Im Zweifelsfall zur Aufwertung des eigenen Egos, aus Selbstzweifeln heraus. Die meisten – unsicheren – Urteilenden entschließen sich dazu, weiterhin verbal auf denjenigen einzuschlagen, bei dem es am wenigsten Gegenwehr gibt. Wenn wir „Dicken“ also von der Gesellschaft besser behandelt werden wollen, sollten wir nicht mehr das schwächste Glied der Gesellschaft sein: Die Gruppe, die im Zweifelsfall Urteile – und damit meine ich kein konstruktiv geäußertes Feedback – sondern böse, verletztende Urteile auch noch annimmt und bei sich selbst die Schuld sucht. Zum „sich Wehren“ gegen unfaire Urteile, gehört auch Medienpräsenz, von daher freue ich mich sehr über die ganzen Pluz Size-Blogger. Traut euch, zeigt euch.. 🙂
    Lasst euch nicht von der Stutenbissigkeit einschränken. Christina Dingens hat ein paar wahre Worte gesagt: Manchmal sind wir Frauen selbst unser größter Feind, denn wir urteilen auch untereinander, viel, viel mehr als notwendig ist. Wenn jeder klein bei sich anfängt und das nächste mal, wenn man spontan „Das ist …..“ denkt, einmal überlegt: „Warum sage ich das“, „Nützt es irgendwem, wenn ich das sage?“, „Wie kann ich es so sagen, dass es jemandem nützt?“, dann wäre vieles in unserer Gesellschaft ein bißchen schöner und ja, ich fasse mich da an meine eigene Nase und fange bei mir selbst an. 🙂

    Liebe Grüße
    Sanne

  • Flo Eyeliner
    März 22, 2015

    Ein sehr toller Beitrag!
    Letzte Woche habe ich auch schon über Diskriminierung und Toleranz gesprochen, auch wenn es um etwas Anderes ging. Ich habe das Glück in meinem Umfeld tolerante Menschen zu haben. Wenn ich jedoch in die Stadt gehe, sieht das schon ganz anders aus. Überall wird nach Fehlern gesucht, aber ich denke mir man muss da schon ein ziemlich beschissenes Leben haben.

  • Dine
    März 22, 2015

    Hallo Lisa,
    ich kann das voll und ganz unterschreiben. Der Song bei der Fashion Show hat ich jetzt nich so gestört, aber die Styles waren teilweise wirklich unschön und unvorteilhaft. Auch unter modern habe ich mir was anderes vorgestellt.
    Ich war deshalb auch etwas zwiegespalten in meinem Fazit. Klar, es war das 1. Mal, dass ich da war und deshalb war ich auch sehr euphorisch. Ich denke es liegt an uns und unseren Kritiken, dass auch dort sich etwas ändert. Im Juli, werde ich auch noch kritischer hinsehen, weil ich ja jetzt weiß, was mich in etwa erwartet.

    Liebe Grüße
    Dine

  • Tina Carrot
    März 22, 2015

    Ein wunderbarer Post meine Liebe! Leider ist es mir auch schon oft im Job zu Ohren gekommen, dass übergewichtige Kollegen sogar vom Chef sich Kommentare dazu anhören müssen („Na Herr XY, erzählen Sie mir, wann möchten Sie beginnen etwas für Ihre Gesundheit zu tun?“…) – eine Unverschämtheit! Ich bin auch für mehr Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft, wir sind alle großartig.

    Liebste Grüße,
    Tina

  • Lony
    März 30, 2015

    Liebe Lisa,

    Dein Artikel spricht mir aus dem Herzen! Du sprichst Punkte an, die ich GENAU SO unterschreiben würde!

    Die „fröhlichen“ Blumenmuster (oder am besten noch Mickymaus oder Bärchenbilder) auf sackartiger Mode, schreckliche „we are dick & happy“ Songs bei Modenshowen oder Lästerpostings von Dicken über Dünne… wie furchtbar und wie hinterwäldlerisch. Es ist einfach eine Sache von Leben und Leben lassen. Und Mode mit ein bißchen mehr Fingerspitzengefühl kreieren… *seufz*… für Kurven braucht man gute Schnitte, das ist der casus Knacksus. Und das haben leider noch nicht so viele Designer raus…

    Na, wie auch immer, Dir wünsche ich eine gute Woche und lass‘ Dir einen lieben Gruß hier!!! 🙂 Lony x

    • lisamosh
      März 30, 2015

      merci liebe Lony <3 wünsch dir auch einen schönen Abend! Lieben Gruß

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